Das Johannesevangelium (3. Quartal 2004)
Wer von den synoptischen Evangelien her kommend das Johannesevangelium liest, wird sofort die Unterschiede feststellen: Bei Markus, Matthäus, und Lukas verkündet Jesus in anschaulicher Sprache das Reich Gottes, im Johannesevangelium spricht Jesus vor allem über seine Sendung und über sich selbst. Er scheint über den Dingen zu stehen, alles schon voraus zu wissen.
Hier wird aufgezeigt, dass hinter der besonderen Christologie des Johannesevangeliums nicht nur die Auseinandersetzung der johanneischen Gemeinschaft mit dem offiziellen Judentum seiner Zeit stand. Vielmehr trägt es auch die Spuren massiver Konflikte mit anderen christusgläubigen Juden, die in ihrem Christusbekenntnis nicht so weit gehen wollten wie der johanneische Kreis.
Die neue Forschung zeigt, dass es dabei wesentlich um den Monotheismus ging: Wie kann von Jesus all das, was das Johannesevangelium sagt, behauptet werden, ohne den Glauben Israels an den Einen Gott zu gefährden?
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