Gottes-Tiefe. Der Prophet Jeremia und sein Buch

 

Das Jeremiabuch ist  hochpoetisch – und  ein Durcheinander von sich unterbrechenden Sprechstimmen, verstörenden Metaphern und Schuldzuweisungen. Alles dreht sich um den Untergang des Staates Juda im Jahr 587 v. Chr. Die Theorie des „kulturellen Traumas“ hilft nun, Ordnung in das Durcheinander zu bringen. So erläutert Autorin Christl M. Maier: „Das Jeremiabuch erzählt das kulturelle Trauma, das durch die Zerstörung Jerusalems im Jahr 587 v. Chr. und die Exilierung ausgelöst wurde. Diese Erzählung ist in sich widersprüchlich, weil sie verschiedene Täter- und Opfergruppen zu Wort kommen lässt.“ Ein solches kulturelles Trauma solle „gar nicht überwunden", sondern mit Hilfe einer Meistererzählung  „in das kollektive Bewusstsein integriert werden“.

 

Inhalt

Georg Fischer SJ
Jeremia – der ›Super-Prophet‹

Christl M. Maier
Wer ist schuld am Untergang Jerusalems?
Das Jeremiabuch als Erzählung eines kulturellen Traumas

Karin Finsterbusch
Dramatische Vielstimmigkeit

Elisabeth Krause-Vilmar
„In meinem Herzen wie brennendes Feuer“
Die Nähe Gottes in Jeremia 20,7–18

Ulrike Sals
Der Gipfel des Untergangs (Jeremia 50–51)

Thomas Hieke
Der neue Bund in Jeremia 31,31–34

Eva Plank
„Heilig ist nur das Leben“
Jeremia als literarische Identifikationsfigur bei Stefan Zweig

 

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